Anhänger-Stützrad wechseln – Schritt-für-Schritt Anleitung
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Stützrad wechseln – warum und wann?
Das Stützrad ist eines der wichtigsten Teile an deinem Anhänger. Es trägt das Gewicht der Deichsel wenn der Anhänger abgekoppelt ist und erleichtert das Rangieren. Wenn das Rad schwergängig wird, die Kurbel klemmt, das Rad beschädigt ist oder die Lauffläche abgenutzt – dann wird es Zeit für einen Wechsel. Die gute Nachricht: Mit dem richtigen Werkzeug ist das in 15 bis 30 Minuten erledigt.
Welches Stützrad brauchst du?
Es gibt zwei Haupttypen:
Stützrad mit Klemmhalter (Klemmschelle): Wird über eine Klemmschelle mit Schrauben und Muttern am Deichselrohr befestigt. Der Klassiker – bewährt, günstig und zuverlässig. Die Klemmschelle umschließt das Deichselrohr und wird mit in der Regel zwei M10-Sechskantschrauben und Muttern festgezogen.
Automatik-Stützrad (Auto-Fold): Klappt beim Anheben der Deichsel automatisch nach oben ein. Komfortabler im Alltag, aber etwas teurer. Wird ebenfalls über eine Montageplatte mit mehreren Schrauben an der Deichsel befestigt. Beliebt bei neueren STEMA-Modellen und Wohnwagen.
Wichtig vor dem Kauf: Miss den Rohrdurchmesser deiner Deichsel – die gängigsten Maße sind 48 mm und 60 mm. Außerdem: Prüfe den Lochabstand an der vorhandenen Klemmschelle, damit das neue Stützrad passt.
Werkzeug das du brauchst
Für den Wechsel brauchst du:
Zwei Schraubenschlüssel oder Ratschen – in der Regel Schlüsselweite 17 (für M10-Schrauben). Einen zum Halten der Mutter auf der Gegenseite, einen zum Drehen der Schraube. Ohne Gegendruck dreht die Mutter einfach mit.
Alternativ: Einen Maulschlüssel zum Gegenhalten und eine Ratsche mit Steckschlüssel (17er) zum Lösen und Festziehen – das geht am schnellsten.
Optional: WD-40 oder Rostlöser falls die Schrauben festsitzen, und einen Unterstellbock oder stabilen Holzklotz zum Abstützen der Deichsel.
Schritt-für-Schritt Anleitung
Schritt 1: Anhänger sichern und Stützrad entlasten
Stelle sicher, dass der Anhänger auf ebenem, festem Boden steht. Unterlegkeile unter die Räder legen, damit er nicht wegrollen kann. Wenn der Anhänger am Zugfahrzeug hängt: Handbremse des Autos anziehen.
Wichtig: Bevor du das Stützrad löst, musst du es entlasten. Stelle einen Unterstellbock, eine Stütze oder einen stabilen Holzklotz unter die Deichsel. Das Stützrad darf beim Lösen kein Gewicht mehr tragen – sonst fällt der Anhänger vorne runter.
Schritt 2: Stützrad hochkurbeln
Kurbel das Stützrad komplett nach oben ein. So ist die Spindel vollständig im Außenrohr und das Stützrad lässt sich leichter aus der Halterung entnehmen.
Schritt 3: Schrauben der Klemmschelle lösen
Löse die Schrauben der Klemmschelle mit den zwei Schlüsseln – einen auf die Schraube, einen auf die Mutter auf der Gegenseite. Bei korrodierten Schrauben vorher Rostlöser aufsprühen und ein paar Minuten einwirken lassen.
Tipp: Merke dir die Position und Höhe des alten Stützrads, bevor du es ausbaust – so sparst du dir das Einstellen beim neuen.
Schritt 4: Altes Stützrad entnehmen
Öffne die Klemmschelle und ziehe das alte Stützrad nach unten heraus. Falls es klemmt: Leicht mit einem Gummihammer von oben nachhelfen. Vorsicht – das Stützrad ist schwerer als es aussieht, nicht auf die Füße fallen lassen.
Schritt 5: Neues Stützrad einsetzen
Setze das neue Stützrad von unten in die Klemmschelle ein. Achte darauf, dass die Kurbel nach vorne oder zur Seite zeigt – so dass sie beim Rangieren gut erreichbar ist und im eingeklappten Zustand nicht stört.
Stelle die gleiche Höhe wie beim alten Stützrad ein: Das Rad sollte den Boden berühren, wenn der Anhänger waagerecht steht und die Kupplung auf normaler Anhängerkupplungshöhe ist (ca. 40–50 cm).
Schritt 6: Schrauben festziehen
Ziehe die Schrauben der Klemmschelle gleichmäßig und fest an – wieder mit zwei Schlüsseln (Gegenhalten!). Die Klemmschelle muss das Stützrad sicher fixieren, so dass es sich weder verdrehen noch nach unten rutschen kann.
Tipp: Bei neuen Automatik-Stützrädern empfiehlt es sich, auch neue Schrauben, Muttern und Unterlegscheiben zu verwenden – alte können durch Korrosion und Verschleiß geschwächt sein.
Schritt 7: Funktionstest
Kurbel das Stützrad einmal komplett nach unten und wieder nach oben. Prüfe ob die Kurbel leichtgängig läuft und das Rad sich frei dreht. Entferne den Unterstellbock und prüfe, ob das Stützrad das Gewicht der Deichsel sicher trägt.
Beim Automatik-Stützrad: Teste die Klappfunktion – hebt sich das Rad automatisch an, wenn du die Deichsel anhebst? Rastet es sicher ein?
Häufige Fehler vermeiden
Falscher Rohrdurchmesser: Ein 48-mm-Stützrad passt nicht auf ein 60-mm-Deichselrohr. Immer vorher messen – am besten mit einem Messschieber.
Ohne Gegendruck schrauben: Wer nur mit einem Schlüssel arbeitet, dreht die Mutter mit und bekommt die Schraube nicht gelöst. Immer zwei Schlüssel verwenden.
Deichsel nicht abgestützt: Wenn du das Stützrad löst ohne die Deichsel abzustützen, kann der Anhänger vorne runterfallen. Immer zuerst einen Unterstellbock unterstellen.
Zu locker angezogen: Ein lockeres Stützrad kann sich während der Fahrt verdrehen oder herausrutschen. Nach den ersten Fahrten die Schrauben nochmals nachziehen.
Vor jeder Fahrt prüfen: Stützrad muss vor Fahrtantritt komplett hochgekurbelt und gesichert sein – sonst schleift es auf der Fahrbahn und wird beschädigt.
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